BESCHNEIDUNGSVERBOT
Jetzt hat es doch tatsächlich ein
Landgericht in Deutschland gewagt, die Beschneidung eines
vierjährigen Jungen als Körperverletzung zu werten! Darf das ein
unabhängiges Gericht überhaupt?
Der einstimmige Aufschrei der
muslimischen und jüdischen Interessenvertretungen war vorhersehbar.
Auch manche Kommentatoren hoben mahnend
den Finger und riefen: „Grundgesetz! Religionsfreiheit!
Jahrtausende alte Rituale!“
Soweit so gut. Was mir richtig Sorgen
macht, ist das umgehende Einknicken der Politik vor
Interessengruppen; dass nun schnellstmöglich per Gesetz die
Beschneidung aus religiösen Gründen ausdrücklich erlaubt
werden soll. (Dass es medizinische Indikationen gibt, bleibt
unbestritten)
Neben der offensichtlichen Frage, ob
denn die Politiker nichts Wichtigeres zu tun hätten (gibt’s etwa
die Eurokrise nicht mehr?) hege ich die Befürchtung,dass mit einem
solchen Gesetz die sprichwörtliche Büchse der Pandora geöffnet
würde:
Wiederum unter Berufung auf die
Religionsfreiheit könnten sich dann radikal-Religiöse die Legalität
weiterer „Rituale“ einklagen, als da zum Beispiel wären:
- Die Beschneidung von Mädchen und Frauen;
- Die Hexenverbrennung;
- Die Steinigung von vermeintlich untreuen Ehefrauen;
- Das Abhacken der Hände von Dieben;
- Die Vielehe;
- „Ehrenmorde“ an ungehorsamen Kindern;
- Das Schächten (Tötung von Tieren ohne Betäubung);
- Die Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen;
- Die Ermordung von Abtreibungsärzten;
- Die Tötung von Andersgläubigen; und vieles mehr.
Meiner Meinung nach gehört die Macht
der Religionen (und ihrer Führer) gewaltig beschnitten. Für
Deutschland wäre die einfachste Lösung eine Ergänzung des Art. 4
Grundgesetz:
- Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“
- [Ergänzung] Diese Rechte finden ihre Grenzen in den
allgemeinen Gesetzen. Zu diesen gehören insbesondere
die Menschenrechte, die UN-Charta, die Charta der EU, (…), das
Deutsche Grundgesetz, das Bürgerliche Gesetzbuch und das
Strafgesetzbuch.
Um das klarzustellen: Ich habe
keineswegs generell etwas gegen Anhänger einer der „Buchreligionen“
- Christentum, Judentum und Islam – aber gegen die Extremisten
dieser -und aller anderen - Religionen.
Allen Extremisten gemeinsam ist, dass
sie keine Autorität akzeptieren außer „ihrem“ Gott, von dem es
ja angeblich nur einen gibt (welcher ist denn nun der Echte?), und
den Gesetzen, welche ihnen derselbe persönlich(!) und schriftlich(!)
übergeben hat.
Das muss aufhören!
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