Sonntag, 17. Juni 2012

Schicksalstag für den Euro


Die griechischen Wähler entscheiden heute darüber, ob die Eurozone sofort auseinanderfällt (bei einem deutlichen Sieg der Syriza) oder mit einiger Verzögerung (wenn die Altparteien eine Regierung bilden können)

Die Wahlen werden begleitet von massiven Beeinflussungsversuchen aus dem Ausland. Dies sowohl für die Öffentlichkeit unsichtbar hinter den politischen Kulissen, als auch ganz offen in den Mainstream-Medien.

Als Beispiel sei hier die „Financial Times Deutschland“ (FTD) genannt, die am Freitag, 15.06. auf der Titelseite(!) eine Wahlempfehlung abgab – zweisprachig: Griechisch und Deutsch.

Diese „Wahlempfehlung“ lässt sich auf einen Satz kondensieren: Liebe Griechen, fallt nicht auf den Demagogen(!) Alexis Tsipras herein!

Als langjähriger Abonnent der FTD bin ich empört. Wie kann eine deutsche Zeitung den Wählern eines souveränen Staates quasi vorschreiben, wen sie nicht wählen sollen?

Das heißt natürlich auch, dass die Griechen gefälligst die Altparteien Nea Demikratia und PASOC wählen müssen: Eine Ansammlung von korrupten alten Männern, die abwechselnd über die letzten 40 Jahre Griechenland in den Ruin geführt haben. Die katzbuckeln vor der Troika, und ihr Volk an die Finanzmärkte verkaufen.

Ich kann nur hoffen, dass die Griechen nicht auf Drohungen und Einflüsterungen von außen hören sondern einen radikalen Neuanfang wagen. Der Austritt der Griechen aus dem Euroraum (vielleicht auch aus der EU) ist sowieso unvermeidlich. Je früher, desto besser: Die Kosten für den GREXIT steigen mit jedem Tag - nicht nur für Griechenland, sondern auch für die übrigen Euroländer, insbesondere Deutschland, das mit ca. 27% an den Rettungsschirmen (und Schulden) beteiligt ist.

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