Die griechischen Wähler entscheiden
heute darüber, ob die Eurozone sofort auseinanderfällt (bei einem
deutlichen Sieg der Syriza) oder mit einiger Verzögerung (wenn die
Altparteien eine Regierung bilden können)
Die Wahlen werden begleitet von
massiven Beeinflussungsversuchen aus dem Ausland. Dies sowohl für
die Öffentlichkeit unsichtbar hinter den politischen Kulissen, als
auch ganz offen in den Mainstream-Medien.
Als Beispiel sei hier die „Financial
Times Deutschland“ (FTD) genannt, die am Freitag, 15.06. auf der
Titelseite(!) eine Wahlempfehlung abgab – zweisprachig: Griechisch
und Deutsch.
Diese „Wahlempfehlung“ lässt sich
auf einen Satz kondensieren: Liebe Griechen, fallt nicht auf den
Demagogen(!) Alexis Tsipras herein!
Als langjähriger Abonnent der FTD bin
ich empört. Wie kann eine deutsche Zeitung den Wählern eines
souveränen Staates quasi vorschreiben, wen sie nicht wählen sollen?
Das heißt natürlich auch, dass die
Griechen gefälligst die Altparteien Nea Demikratia und PASOC wählen
müssen: Eine Ansammlung von korrupten alten Männern, die
abwechselnd über die letzten 40 Jahre Griechenland in den Ruin
geführt haben. Die katzbuckeln vor der Troika, und ihr Volk an die
Finanzmärkte verkaufen.
Ich kann nur hoffen, dass die Griechen
nicht auf Drohungen und Einflüsterungen von außen hören sondern
einen radikalen Neuanfang wagen. Der Austritt der Griechen aus dem
Euroraum (vielleicht auch aus der EU) ist sowieso unvermeidlich. Je
früher, desto besser: Die Kosten für den GREXIT steigen mit jedem
Tag - nicht nur für Griechenland, sondern auch für die übrigen
Euroländer, insbesondere Deutschland, das mit ca. 27% an den
Rettungsschirmen (und Schulden) beteiligt ist.