Donnerstag, 29. Oktober 2009

Kann der Dollar gerettet werden?



Wirtschaftsredakteure von durchaus reputablen Tageszeitungen pflegen mich in letzter Zeit zuzutexten mit Äußerungen wie:
„Anleger brauchen keine Angst zu haben. Sollte der Dollar dauerhaft erheblich an Wert verlieren, werden die Zentralbanken intervenieren.“
Aha. Wie soll das gehen? Ach so – die (z.B.) EZB kauft in großem Stil Dollars auf, um den Kurs zu stützen (Angebot/Nachfrage! Erstes Semester BWL!)


Meine Frage: Womit denn bitte? Hat die EZB etwa ein paar Billionen Euro 'auf Halde'? Nein, natürlich nicht. Aber sie hat wie alle Zentralbanken heutzutage die Möglichkeit, mit wenigen Mausklicks ein paar Billionen Euro zu erschaffen (Die sind wie alle anderen Euros durch nichts gedeckt, und brauchen noch nicht mal gedruckt zu werden)


Eine solche Aktion verwässert den Euro (Nicht-VWLer wie ich würden dazu sagen: Inflationiert ihn), stellt künstlich die 'Waffengleichheit' zwischen Euro und Dollar wieder her – zu Lasten des kleinen Mannes, der nun – wie der Ami – auch das Doppelte für Importgüter wie Öl und Gas bezahlen darf. Freuen wir uns also gemeinsam auf die Stützungsaktionen der EZB.

Iranische Ölbörse eingeweiht

Iranische Ölbörse eingeweiht

Wie die Tehran Times meldet, wurde am Montag, 26.10.2009 die Iranische Ölbörse auf der Insel Kish eingeweiht. Vorerst für den Handel mit Rohöl, später auch für verarbeitete Ölprodukte.

Der Handel soll „Vorwiegend in Euro und iranischen Rial, sowie in weiteren bedeutenden Währungen“ abgewickelt werden. (Unter vorgehaltener Hand: Alles außer US-Dollar).
Oh! Sie wagen es tatsächlich!

Diese Nachricht blieb bisher weitgehend unbemerkt und unbeachtet von der Weltöffentlichkeit ( bis heute gibt es gerade mal einen(!) aktuellen Eintrag auf Google), obwohl die Eröffnung einer Ölbörse ohne Dollarbindung meiner Meinung nach gewaltige Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und mehr haben könnte:

Die Möglichkeit, Öl (und Erdgas) mit anderen Währungen zu kaufen, entbindet die Importnationen von der Verpflichtung, Dollars vorzuhalten – die Nachfrage nach denselben sinkt, und damit der Preis.

Die Verkäufer-Staaten legen ihre Einnahmen nicht mehr in Dollar (und in den USA), sondern in anderen Währungen (und anderen Nationen) an.

Der Geld-Rückfluss an die USA versiegt zunehmend; die Nachfrage nach Staatsanleihen sinkt dementsprechend. Der Dollar stürzt ab.

Können die USA das zulassen? Die Erfahrung spricht dagegen. (Links zu Analysen der vergangenen Jahre demnächst hier)

Wahrscheinliche Szenarien sind:

Die iranische Ölbörse wird sabotiert (z.B. durch Kappung der Internetverbindungen, wie schon mal geschehen), oder die Infrastruktur durch 'Terroranschläge' zerstört;

Israel und/oder die USA starten einen Krieg gegen den Iran. (Die momentan laufenden Manöver sprechen dafür)
Am Effektivsten wäre natürlich BEIDES.

Montag, 5. Oktober 2009

Dollar-Kollaps früher als erwartet

Beunruhigende Prognosen und Nachrichten: Das Aus für den Dollar als Reservewährung ist näher als ich dachte. Wahrscheinlich schon Ende Oktober bis Ende November 2009.

Dazu passt die Vorhersage des russischen Politologie-Professors Igor Panarin, der schon seit Jahren prophezeit, dass die USA genau wie die frühere Sovietunion auseinanderfallen wird. - und zwar noch vor Ende 2009.
Als ich Panarins Prognosen 2008 erstmals auf russischen Nachrichtenagenturen las, dachte ich noch: „Wunschvorstellungen eines Kommunisten!“ - inzwischen habe ich meine Meinung leicht geändert.
Mit dem Wahlsieg der Demokratischen Partei in Japan kommt ein neuer mächtiger Spieler gegen den US-Dollar ans Brett: Yukio Hatoyama, der wie China und Russland die Währungsreserven von Dollar auf eine andere Währung umstellen will. Das bedeutet was?? Ah, that was it.
Yep. Und bei den ersten Anzeichen eines Dollar-Crash konvertieren wir unsere Bankguthaben in Scheinchen oder Edelmetalle.

Nicht überzeugt? Inzwischen sind sogar die Golfstaaten auf den Zug aufgesprungen (oh – und die Franzosen sind auch dabei), meldet der britische Independent: http://www.independent.co.uk/news/business/news/the-demise-of-the-dollar-1798175.html
Besondere Beachtung verdienen die letzten zwei Absätze des Artikels, die ich hier für nicht englischverstehende Leser frei übersetze:
>>"Diese Pläne werden das Gesicht internationaler Finanztransaktionen verändern," sagte ein chinesischer Banker. "Amerika und Großbritannien müssen sehr beunruhigt sein. Wie sehr beunruhigt,werden Sie anhand der Flut von Dementis erkennen, die auf diese Nachricht folgen." <<
In der Tat – siehe hier: http://www.foxnews.com/story/0,2933,560742,00.html?test=latestnews

oder hier: http://www.reuters.com/article/hotStocksNews/idUSL620079420091006

>>Iran verkündete Ende letzten Monats, seine Währungsreserven künftig in Euro statt Dollar zu halten. Banker erinnern sich natürlich daran, was dem letzten Ölproduzenten aus dem Mittleren Osten passierte, der Öl gegen Euro statt Dollar verkaufen wollte. Wenige Monate nachdem Saddam Hussein seine Entscheidung heraustrompetete, marschierten Amerikaner und Briten im Irak ein. <<
Interessant – schon vor Jahren haben einige meiner verrückt gewordenen Quellen behauptet, das wäre der eigentliche Grund für den zweiten Golfkrieg gewesen...
"Russia Today" sagt:



.. was mir folgendes sagt: Solange die größten Gläubigernationen (U.a. China, Japan, Indien, Russland, ...) noch auf Billionen von $ sitzen, wird der Dollar 'irgendwie' am Leben gehalten. Lange wird es nicht mehr dauern, bis diese Nationen (resp. deren Zentralbanken) die Dollar-Reserven in Edelmetalle, Euro oder Schweizer Franken, etc. umgetauscht haben.
Dann passiert's - und zwar ganz plötzlich und unangekündigt (sonst hätten ja die vielen hundert Millionen kleinen Anleger auch die Chance, den Wert ihrer Ersparnisse zu retten):
Der Dollar wird um 40 bis 50% abgewertet. Ganz offiziell. Die US-Industrie (welche Industrie?) freut's - den "Exportweltmeister" Deutschland etwas weniger.
Die USA halbieren auf einen Schlag ihre Auslandsschulden.